Astrid v. Friesen
Erschienen im MUT-Heft Juli 2006
Vom Lamentieren zum Handeln!
Es ist genug geredet und geschrieben! Wir WISSEN, was Kinder brauchen - seit rund 50 Jahren haben wir Pädagogen und Psychotherapeuten darüber nachgedacht und es 1000fach geäußert, gefordert, angemahnt! Es gibt nichts Neues unter der pädagogischen Sonne, es sei denn man tut es!
Doch das was Eltern tun und unterlassen, scheint tabuisiert zu werden (s. Astrid v. Friesen: Was ist bloß mit den Eltern los? MUT 6/2003)! Welcher Lehrer würde sich trauen, den Eltern abzuverlangen, den Fernseher aus dem Kinderzimmer zu verbannen, damit die Kinder besser schlafen, besser lernen und nicht verdummen? Wo wird wirklich thematisiert, was Kinder brauchen an Basisversorgung: Schlaf, gesundes Essen, Spielen im Wald, Sport und weder einen teuren Computer noch Süßigkeiten?
Immer wieder ist die Frage, wie man bildungsferne Eltern (ca.30 Prozent der Bevölkerung und bei der dort vorhandenen grossen Kinderzahl mit zunehmender Tendenz) mit pädagogischen Inhalten auch nur ansatzweise in Berührung bringt. Die Supernanny ist eine Methode, Elternführerscheine (geknüpft an Kreditvergaben), das Projekt Elternschule in den Grundschulen (dort wo Mütter ihre Kinder noch abliefern und gegriffen werden können, um mit ihnen zu reden, bestenfalls zu arbeiten und Deutschkurse anzubieten) sind andere Ansätze.
Wie wäre es auch mit Verträgen? Doch gleich hört man den Aufschrei: Das ist Gängelung, das ist Reglementierung, da halten sich sowieso nicht alle dran! Klar, wie im Straßenverkehr! Aber ohne Regeln funktioniert nur das Chaos. Als Beispiel: In einem Heim für schwererziehbare Jugendliche hatte vor Jahren einer von ihnen gekifft und wurde erwischt. Skandal, Aufruhr! Doch er sagte ganz cool: Es hat mir niemand gesagt, das Kiffen verboten ist! Es gab auch weder eine Hausordnung noch klare Regeln, gar nichts! Nur die völlig unrealistische, völlig unpädagogische Voraus-Setzung, dass die Kinder schon irgendwie wissen was die Erwachsenen so wollen und meinen! Manche tun das, viele nicht! Jeder Kaninchenzüchter-Verein hat seine Satzung, sein Reglement, denen man beim Beitritt zustimmt! Warum nicht jede Schule?
Wie können Kinder sich an Regeln halten, die sie nicht kennen? Die nie aufgeschrieben wurden, die nie wirklich klar waren, die man nicht mal nachlesen kann, sondern die bestenfalls nur beim Schimpfen ihnen um die Ohren gehauen werden (negatives Lernen in Hochpotenz! Dumm und reichlich sinnlos!) Jegliches Regellernen bedeutet nämlich ständiges Wiederholen! Wie Vokabellernen, wie Klavierspielen: üben, üben, üben!
Verträge funktionieren jedoch nur, wenn alle Seiten sich zu Anstrengungen verpflichten! Auch die Eltern, auch die Lehrer! - Eltern sollten in die Pflicht genommen werden zu Gunsten ihrer Kinder! Wenn z. B. bei der feierlichen Abschlussfeier einer Hauptschulklasse nur 30 Prozent der Eltern anwesend sind, 70 Prozent nicht erscheinen, zeugt das von seelischer Gefühlskälte, von Ignoranz, von unvorstellbarer aggressiver Kränkung den eigenen Kindern gegenüber! Und von Angst!
Wenn Eltern sich jedoch verpflichten würden, fünf mal im Jahr von Anfang an an Schulveranstaltungen und Wandertagen usw. teilzunehmen, könnte Klein-Melanie den Eltern bei ihrer ersten Theateraufführung den Vertrag unter die Nase halten und darauf dringen mitzukommen! Und die Eltern würden - mit diesem sanften Druck, sie haben ja unterschrieben und sich verpflichtet - ihre eigenen tief verwurzelten Schulängste überwinden und erfahren, dass es Freude machen kann, die eigenen Tochter dort oben auf der Bühne zu bewundern! Die Eltern vermeiden ja meist den Kontakt zur Schule, weil sie selbst schreckliche Erinnerungen daran haben, vielleicht sogar traumatische von langjährigen Demütigungen, Ausgrenzungen, Versagensängsten usw. Doch da hilft nur die neue, die positive Erfahrung, die sie mit diesem heilsamen Druck machen müssen und dürfen, in eigener Verantwortung dem Vertrag gegenüber!
Auch Lehrer vermeiden. Oftmals die Kooperation mit anderen, die Evaluation und ruinieren eher ihre eigene Gesundheit (nur ein Bruchteil der Lehrer erreicht gesund die Pensionsgrenze), als dass sie sich Hilfe holen. Zum Beispiel in der Supervision der schwierigsten Fälle! Wie unglaublich entlastend dies sein kann, kann man niemandem wirklich erzählen. Das muss man erfahren haben, die Erleichterung, wenn ein Knoten platzt und man wieder das Gefühl bekommt, frei atmen zu können. Das ist nicht zu vermitteln, nur zu erspüren am eigenen Leib!
Lehrer wollen oft niemanden reinschauen lassen, sind tendenziell vom Typus her Einzelkämpfer und haben tiefe Versagensängste. Andererseits sind sie erstaunlich resistent gegen alle psychischen Erkenntnisse, alle Therapien für sich selbst, alle Gehirnforschungsoffenbarungen, oftmals gegen alles Neue und den ganzen Psychokram. Doch es hilft nichts, auch das Faktenlernen wird zum größten Teil von der Psyche mitbestimmt, ebenso das Unterrichten und die Zusammenarbeit mit den Eltern und Kollegen! Psyche ist überall! Wehe demjenigen, der sich nicht mit ihr befasst!
Die Julius-Leber-Gesamtschule in Hamburg hatte sich bereits im Jahr 2000 überlegt, dass Hausordnungen eigentlich nur Verbote beinhalten, aber natürlich nicht alle Lebenssituationen auflisten könnten. Solche Selbstverständlichkeiten wie: Ohne Messer in die Schule zu kommen und niemanden die Treppe hinunter zu schubsen, lassen sich ja nicht alle erfassen. Also formulierte die Lehrerschaft ein Schulethos, um positive Regeln zu verankern. - Sie hängen in allen Klassenzimmern aus, jeweils zwei Regeln werden von einer Kommission aus Lehrern, Schülern und Eltern initiiert, pro Halbjahr durch Theaterstücke, Lesungen, andere Aktivitäten erneut in den Mittelpunkt gestellt und aufgefrischt.
Vorschlag: In einem feierlichen Akt unterschreiben alle Eltern, Lehrer und Schüler jeweils zum Schuljahresbeginn diese Verpflichtungen!
Das Schulethos für die Schüler der Julius-Leber-Schule (leicht verändert und ergänzt) hat sich in sechs Jahren bewährt:
- Von der Würde
Die Würde eines jeden Menschen ist unantastbar!
- Vom Gelingen!
Jeder ist für das Gelingen von Schule und Unterricht verantwortlich! Jede Schülerin und jeder
Schüler, jede Lehrerin und jeder Lehrer hat sich so zu verhalten, dass der Unterricht erfolgreich ist
und die Pausen erholsam sind!
- Von der Freiheit und der Verantwortung
Die Schule gibt Freiheit in dem Maß, in dem Verantwortung getragen werden kann. Wer mit entscheiden will, muss Verantwortung übernehmen. Wer Freiheit beansprucht, muss Regeln anerkennen und befolgen.
- Vom sozialen Handeln
Alle bemühen sich um Freundlichkeit, Höflichkeit und Hilfsbereitschaft. Jeder behandelt den anderen Menschen so, wie er behandelt werden möchte, und leistet Hilfe dort, wo ein anderer Hilfe benötigt.
- Von der Sprache
Unser Denken und Handeln wird von unserer Sprache beeinflusst. Sie ist die Grundlage jeglicher Kommunikation und Beziehung zwischen den Menschen. Die eigenen Muttersprache zu beherrschen und sich darin wohl zu fühlen ist Voraussetzung zum Erlernen anderer Sprachen. Damit sich alle Schüler und Lehrer verständigen können, sprechen wir in der Schule alle Deutsch. Auch um niemanden aus zu grenzen!
- Vom Streiten miteinander
Kritik ist erwünscht, wenn sie zur Besserung der Verhältnisse führen kann.
Wer kritisiert, sollte sich im Klaren sein, was er mit seiner Kritik verbessern will. Dann hilft die Kritik allen. Wer kritisiert, um Menschen zu beleidigen, hilft niemandem.
- Von den Räumen und unserer Umgebung
Wir gestalten unseren Arbeitsplatz Schule so, dass wir uns gerne in den Räumen aufhalten.
Jede Klasse überlegt, wie sie ihren Klassenraum so einrichtet, dass das Lernen gefördert wird. Darüber hinaus sind die Flure und Außenanlagen zu pflegen und zu gestalten. Mit den Einrichtungen wird sorgfältig umgegangen. Müll wird vermieden, soweit es geht.
Wir streben einen gepflegten Eindruck der gesamten Schule an, bei dem sich jeder wohl fühlt und mit der sich jeder sich identifizieren kann. Auf den Pausenflächen versuche wir Orte der Ruhe, für die Sozialkontakte, für Spiel und Sport (auch am Nachmittag) herzustellen. Wir streben eine ökologische, energieeffiziente und baubiologische Ausrichtung an. Jedes Schulmitglied ist verantwortlich für die Pflege! Täglich!
Es gibt eine Kommission aus Lehrern und Schülern, die die konkrete Sauberkeit ständig überprüft und spezielle Aufgaben delegiert!
Jede Klasse ist für die Sauberkeit ihres Raumes verantwortlich, das Schulgelände und die Straßen der unmittelbaren Umgebung werden mehrfach im Jahr von allen Schülern in einer Gemeinschaftsaktion gesäubert.
- Vom Dienst für die Gemeinschaft
Jeder übernimmt Aufgaben für die Gemeinschaft. Im alltäglichen Schulablauf sind viele kleine Aufgaben zu erledigen. Es ist gerecht, wenn sich alle an diesen Ämtern beteiligen.
- Von der Gewaltfreiheit
Wir haben Null-Toleranz beim Beschimpfen, Fluchen, Hänseln,
Ausgrenzen, Attackieren mit Worten, mit dem Körper, Gewalt gegen Menschen oder auch gegen
Sachen. Jedes Fehlverhalten muss sofort angesprochen werden, es erfolgen Sanktionen, die in der
Klassengemeinschaft festgesetzt worden waren oder von Lehrern/Streitschlichtern verhängt werden.
Bei kriminellem Verhalten muss sofort die Polizei unterrichtet werden, damit niemand in eine kriminelle Laufbahn abrutscht, sondern ihm rasch geholfen wird.
- Vom Lernen
Jeder ist für sein Lernen selbst verantwortlich, die anderen können dabei nur helfen. Das Lernen muss mit dem eigenen Kopf, den eigenen Händen, dem eigenen Herzen stattfinden! Lehrerinnen und Lehrer, Bücher, Filme usw. können nur Anregungen und Hilfestellungen geben.
- Vom Unterrichten
Der Unterricht ist so angelegt, dass er möglichst viele verschiedene Lernaktivitäten ermöglicht.
Die fachliche und methodische Fortbildung ist eine Verpflichtung für jede Lehrerin und jeden Lehrer.
- Von der Gesundheit
Wir versuchen gesund zu leben: Ohne Zigaretten, ohne Alkohol, ohne
Drogen. Unsere Schule ist suchtmittelfrei.
- Von der Umwelt und der Welt
Die Schule soll sich mit den gesellschaftlichen Problemen auseinandersetzen. Nicht für die Schule, sondern für das Leben soll gelernt werden. Das heißt, zu entwickeln sind Bereitschaft und Fähigkeit, mit den folgenden Schlüsselproblemen konstruktiv umgehen zu können:
- Frieden auf der Welt
- Schutz der Umwelt
- Probleme der sogenannten Dritten Welt
- Neue Gefahren der Medien und der Medienverwahrlosung
- Gleichberechtigte Entfaltungsmöglichkeiten für Frau und Mann, Inländer und Ausländer,
Gesunde und Behinderte, Senioren und Kindern...
- Vom eigenen Ich
Jeder achtet darauf, dass er selbst mit sich im Einklang bleibt, offen für andere ist, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein entwickelt und, wenn notwendig, Zivilcourage zeigt. Niemand sollte in die Opferrolle gehen und darin verharren, sondern an der Verbesserung der jeweiligen Situation aktiv arbeiten und sich selbst aktiv um Hilfe bemühen.
Lehrerinnen und Lehrer sollen sich in ihrem Beruf nicht verleugnen und in ihm leiden müssen.
- Von der Zusammenarbeit
Die Schule braucht das Vertrauen und die Mitarbeit der Eltern, Schülerinnen und Schüler. Über die
Arbeit von Elternrat und Schülerrat hinaus sind offene Gespräche und vielfältige Formen von
Zusammenarbeit aller an der Schule Beteiligten nötig, um gute Lernbedingungen zu schaffen und
demokratische Regeln einzuüben. Wir pflegen auch die Zusammenarbeit mit den Nachbarn der
Schule, mit anderen Institutionen, mit Altersheimen, Firmen usw.
- Von uns allen
Immer wieder machen wir etwas gemeinsam. Das betrifft Feste wie Schul- und Sportveranstaltungen, aber auch Vollversammlungen, Gottesdienste, Aufführungen, Projektwochen, Diskussionsveranstaltungen, Väter-Kinder-Aktivitäten, Reisen, internationale Begegnungen usw.
- Von der Veränderung
Das Leben ist im Fluss, die Schule und die Regeln in den Klassen ebenso. Statik ist dem Leben abträglich, wir begrüßen Veränderungen.
Klassenregeln
Das Schulethos wird ergänzt durch Klassenregeln und einen Strafkanon, welche von den Kindern selbst erarbeitet werden und die in den Klassen aushängen:
Die Wissenschaft und alles Erfahrungslernen hat immer wieder gezeigt, dass ausgiebiges Loben von erwünschten Verhaltensweisen und sofortiges, konsequentes Strafen von unerwünschtem Verhalten die höchste Wirkung zeigt. Besonders, wenn die Sanktionen von den Kindern selbst erarbeitet wurden!
NUR ein konsequent angewandtes Regelsystem kann aggressiven und unruhigen Schülern helfen, sich allmählich an Regeln zu halten, schützt Schwache und sichert langfristig unsere Demokratie!
Wer Regeln aufstellt, sie aber nicht kontrolliert, schießt Eigentore, macht sich lächerlich und zieht die Verachtung der Kinder auf sich!
Die negativste Folge wäre: Die Kinder fühlen sich ungeborgen und einsam bei schwachen Erwachsenen!
Einige Beispiele für Klassenregeln:
Wir lassen andere ausreden und würdigen den jeweiligen Standpunkt.
Wir mobben niemanden!
Wir grenzen niemanden aus und helfen den Außenseiter in die Gruppen zu kommen.
Wir essen nicht im Unterricht.
Wir sind pünktlich und haben alle Materialien parat......usw.
In jeder Klasse wird eine Liste von Strafen gemeinsam erstellt, die aushängt! Individuell verteilen die Lehrer die Strafen, denn was das eine Kind schmerzt, kann das andere cool weg stecken.
Vorschläge für Strafen, die sich nicht gegen die Person, sondern nur gegen das negative Verhalten richten. Die Strafen sollten nicht feindlich, aber unangenehm sein!
Bei den Jüngsten: Fünf Minuten auf dem Stillhaltestuhl sitzen!
Ernsthafte Gespräche mit älteren Schüler/innen oder den Paten oder den Streitschlichtern oder dem Schulleiter/in.
Während einiger Pausen vor dem Büro des Schulleiters sitzen.
Mehrere Stunden in anderen Klassen bei jüngeren/älteren Schülern verbringen.
Die Pausen immer nahe beim Aufsicht führenden Lehrer verbringen.
Privilegien entziehen.
Bei Rempeleien oder Aggressivität: Verbot, eine Zeitlang anderen Kindern körperlich nahe zu kommen.
Graffiti selbst abwaschen; Garten umgraben; Papierkörben aus allen Klassen leeren, dem Hausmeister helfen, Essen auszuteilen...
Schriftliche Vereinbarung mit Eltern: Fernsehentzug usw., was schriftlich protokolliert werden muss!
Keine Strafen ohne Kontrolle!
Verträge, die die Eltern unterschreiben
Väter und Mütter (in getrennten Verträgen, weil sonst die Erziehungsarbeit an die Mütter delegiert bzw. von ihnen dominiert wird; sowieso wichtig bei Geschiedenen, da wiederum Frauen gerne die Väter aussondern und sorgeberechtigte Väter keine Informationen von den Schulen bekommen) verpflichten sich zu folgender BASISVERSORGUNG, auf die jedes Kind ein ANRECHT hat und ohne die ein Kind nicht lernen KANN!:
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Ausreichend Schlaf als Lernbasis, denn ohne Schlaf braucht das Kind morgens erst gar nicht mit dem Lernen anzufangen, wie die Hirnforscher sagen! D.h. bei 10jährigen Kindern: 20.30 Uhr Bettruhe, wenn sie um 6 Uhr aufstehen müssen!
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Keinen TV und Computer im Kinderzimmer! Nicht mehr als 30 Min. für Grundschulkinder bzw. eine Stunde pro Tag Medienkonsum für Kinder ab 10 Jahren, denn sonst werden die Kinder dumm, lernen weder sprechen noch lesen, ihr Frontalhirn wird nicht durchblutet, ihr Rücken verkrümmt und sie isolieren sich und werden einsam! Sprich: Sie werden dick, dumm und traurig.
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Ein Vollwert-Frühstück und Vollwert-Pausenessen als Lernbasis: Vollkornbrot, Käse, Obst, Müsli...Nichts Süßes und keine Süß-Snacks im Schulkiosk, weil dies Vitamin B6 raubt, das Konzentrationsvitamin! Und die Kinder werden vom Süßen und von Weissmehl (Kuchen usw.) süchtig bzw. bekommen zuhauf Diabetes.
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Teilnahme an mindestens fünf Elternabenden pro Jahr (beide Eltern!), am Elternsprechtag sowie an mindestens fünf Veranstaltungen der eigenen Kinder. Mit mindestens einer eigenen Aktivität bei den Schulfesten, Basaren usw. zur Stärkung der eigenen Kinder, des Familien- und des Gemeinschaftsgefühls, damit die Kinder stolz auf ihre Eltern sein können!
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Mütter und Väter verpflichten sich, dass sie im Jahr beide jeweils zwölf Bücher mit ihren Kindern gemeinsam (in der Bibliothek ausgesucht) lesen, um eine Lese- und Sprechkultur jenseits des TV zu etablieren und Gespräche in den Familie zu eröffnen. Das Kind fertigt altersentsprechende Inhaltsangaben an. Kontrolle ist wichtig!
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Mit dem Klassenlehrer wird pro Halbjahr eine familiäre Lernaufgabe /Lebensverbesserungsaufgabe (Selbstmanagement für ALLE) vereinbart, um die Basisversorgung kontinuierlich zu verbessern: z. B. 1x pro Woche zusammen Radfahren, Basteln, Spazierengehen, im-Wald-Spielen, spezielle Hausaufgabenhilfe usw. Protokolle zur Überprüfung.
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Die Eltern verpflichten sich, Fortbildungen an der Schule zum Lernen lernen mitzumachen, um viele wunderbare Tricks und Tipps zu erfahren und Entspannung in den Familien herbeizuführen, denn Hauaufgabensituationen sind oftmals Familien- und Ehekiller! Oder bei Deutsch- und Erziehungskursen teilzunehmen! (Lebenslanges Lernen sollte als Selbstverständlichkeit und nicht als Strafe etabliert werden!)
Lehrer verpflichten sich vertraglich - neben ihren Unterrichtserfordernissen - zu Folgendem:
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Regelmäßige Teilnahme an psychologischen Fortbildungs-Veranstaltungen (u. a. an Entwicklungspsychologie)
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Regelmäßige Teilnahme (mindestens 10x pro Jahr) an mehrstündigen Supervisionssitzungen zum Besprechen von problematischen Schul- und Schülersituationen, gegen den eigenen Frust und das Ausbrennen (Psycho-Hygiene gegen Burn-out) und zum wachsenden Verständnis für die Schüler. Es ist nicht unbedingt sinnvoll, diese Supervisionssitzungen mit Kollegen der eigenen Schule zu veranstalten, weil es hierarchische und Tratschprobleme gibt, was eine emotionale Öffnung schwierig macht! Also besser: Mit Kollegen anderer Schulen, mit Sozialarbeitern u. a. zusammen und einem Supervisor von außen. Die eigenen Kosten werden wettgemacht durch ein besseres Lebensgefühl!
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Jeder Lehrer nimmt mindestens ein Mal an einem Seminar zum Streitschlichter/zum Mediator/zum Anti-Aggressions-Training teil.
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Einige Kollegen entwickeln Expertentum darin und bildet Schüler zu Mediatoren aus.
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Lehrer verpflichten sich Fortbildungen zum Lernen lernen mitzumachen! Ohne
die neusten Erkenntnisse der Hirn- und Lernforschung ist heutige Schule schwer zu gestalten!
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Lebenslanges Lernen: Einmal im Jahr das Formulieren von eigenen Lernzielen bzw. die Überprüfung der erreichten Lernziele mit einer außerhalb der Schule stehenden Vertrauensperson.
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Jeder Lehrer verpflichtet sich, für das eigene Wohlbefinden und um es den Kindern aktiv zu vermitteln, eine Entspannungstechnik zu erlernen (Yoga, autogenes Training, Aktive Muskelentspannung nach Jacobson, Qi-Gong oder auch asiatische Kampfsportarten usw.)
Patenschaften zwischen den Grossen und den Kleinen: Groß hilft Klein!
Oder: Lebenssinn erobern!
In den höheren Klassen werden Verhaltens- und Hilfsmöglichkeiten erarbeitet, wie man den Schulanfängern den Schulalltag schön gestalten kann. Jeder Schüler bekommt ein Patenkind, für welches er/sie absolut verantwortlich ist! Auch im Sinne von Selbstmangement und Coaching: Was tust Du, damit es Dir selbst heute gut geht? Und: Wie kann ich Dir dabei behilflich sein? Ebenso wie im Sinn von: ich fühle mich gebraucht, groß und wichtig, weil ich jemandem helfen, ihn beschützen und dabei meine besten Charaktereigenschaften anwenden kann, die sonst brachliegen würden. Nur wer sich gebraucht fühlt, wer erfährt, dass sein Tun anderen hilft, fühlt sich voller (Lebens-) Sinn!
Es gibt altersgemischten Sport-, Kunst- und Musikunterricht oder zumindest solche Projektwochen, es werden Freizeitaktivitäten von den Großen für die Kleinen organisiert....
Einmal pro Woche lesen die Grossen mit den Kleinen eine Stunde! (Dabei lernen sie selbst genauso viel! Lernen durch Unterrichten, hoch wirksam sowie Sinnstiftend und das Selbstbewusstsein fördernd!)
Patenschaften von außen!
Alle und besonders pubertierende Jungen brauchen außerdem taffe Männer, keine Weicheier als Vorbilder, als Gegenüber, als Sparringpartner! Jenseits der von (älteren) Frauen dominierten Schulen! Bei um sich greifendem Vätermangel und dem Herausmobben der Männer aus den Familien wird dies zunehmend wichtig!
Denkbar wären Patenschaften von Männern aus der Schulumgebung, von interessierten Vätern, von Handwerkern, auch von Pensionären mit viel Zeit. Wichtig wäre eine gewisse Kontinuität, weil die meisten Kinder schon schmerzhafte Trennungen hinter sich haben! Diese Männer würden die einzelnen Klassen auf Klassenreisen begleiten, wären wichtig als Raufpartner, Baumbudenbauer, Fußballspieler, Tröster, Kumpel usw. Sie könnten mit ihnen Projekte durchführen: Fahrradflicken, Schachspielen, Biotope anlegen usw..